Das Leben auf dem Schloss und andere Begebenheiten.

22.10.2013 17:10

Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Jetzt bricht schon die 6.Woche an und ich habe gerade mal annähernd die erste Hälfte von der Lehrzeit geschafft.

Man hat immer an Ende der Woche das Gefühl, dass es vorbei ist, aber schwupsdiewups fängt schon die nächste Woche an und man muss sich wieder an einen neuen Lehrer gewöhnen. Jede Woche haben wir jemand anderen, der uns das neue Thema nahe bringt. Jeder "Lehrer" hat seine eigene Art und Weise und man kann ihn auch nicht mit den Anderen vergleichen.Nach dem Thema "Gottes Stimme" hören kam die "Identität". Auf was baut sich unsere Identität?

Dazu haben wir diesen Film geguckt(leider wieder nur auf Englisch), was nach meiner Meinung dies echt am besten ausdrückt.

https://www.youtube.com/watch?v=tUJeOb1-mZ0

Sehr sehenswert. Die ersten Tage konnte ich mit Blessan(unser Lehrer aus Indien) so gut wie nichts anfangen. Ich habe mich etwas überfordert gefühlt. Während ich in der Woche davor mit leeren Kopf manchmal rausgekommen bin, hat er uns mit Informationen nur bombardiert. Mich hat dieser Typ einfach nur genervt. Am Mittwoch haben wir abends immer Fireside(Feuerlager), wo wir unsere Lehrer alles fragen dürfen, was wir wollen. Da quetschen wir sie mal aus.:D

Blessan war es ein Anliegen für uns alle einzeln zu beten. Er wollte dann die Eindrücke, die er von Gott hatte uns weitergeben. Doch ich kam nicht dran. So setzte ich alles daran, dass er nichts über mich wusste und ich gab auch im Unterricht nichts preis. Wenn er für mich beten wollte und mir Eindrücke weitergeben wollte, dann bitte ohne Beeinflussung. Gesagt,getan.

Am Freitag kam ich dann dran. Und schon beim ersten Wort guckte ich ihn mit großen Augen an. Als er weiteredete und mir sagte, was für Eindrücke er von Gott bekommen hatte,blieb mir nurnoch die Sprache weg. Plötzlich schickte er die 3 Jungs raus, die auch noch warteten und ich saß nurnoch mit Rike,einer anderen Studentin da. Plötzlich sprach er etwas an, was er nie hätte wissen können. Natürlich hatte er einen Eindruck von mir die Woche über bekommen, aber so genau und detaliert, hätte er diese Sachen, die er ansprach nicht wissen können. Ich fragte ihn bestimmt fünfmal nach dem Gebets/Gespräch ob er mit jemanden über mich geredet hatte. Doch er verneinte. Er sagte mir auch eine Sache, die nie jemand hätte wissen können und wo ich schon lange mit mir rung. Es war echt überwältigend und es hat mir sehr geholfen.

An einen Freitag hatten wir international Friday. Da wir jal aus allen möglichen Kulturen(Äthioien,Nigeria,Deutschland,Canada,Amerika.....) stammen, hat jedes Land ein internationales Gericht angeboten. war sehr lecker, abgesehen, dass ich mich an den scharfen Zeug aus Indien verbrannt habe. Puh.^^

 

Wochenende sitzen wir meistens an unser Journal, was mir aber einen riesigen Spaß macht, weil ich kreativ sein kann. :D

MIttwoch bin ich jetzt noch die nächsten 3 Wochen und war ich auch die letzten Wochen zweimal  bei einen Flüchtlingslager hier in der Nähe, wo sehr viele Leute aus Afrika sind. Für mich war das so schön, weil ich bei einer Familie aus Nigeria war die zwei kleine Kinder haben. Ein Baby und eine Zweijährige und so unglaublich niedlich. Ich streite mich immer mit Kyle(einen Mitstudent aus Kanada) wer das Baby zuerst auf dem Arm haben war. Ratet mal, wer immer gewinnt? :D

 

Zum Abschluss der Identitätswoche haben wir noch eine kleine Feier gehabt zur Ehre unserer wahren Identität. Es war echt schön und ein genialer Abend.
Dann kam die Woche des Vaterherzen Gottes. Es war sehr intensiv und unser Lehrer war echt gut. Er war schon etwas älter und hatte selber Kinder, sodass er sich in beide Seiten hineinversetzen konnte. Er hat sehr viel auch über unsere persönliche Vaterbeziehung geredet nicht nur zu Gott.

Auch das unsere Vorstellung von einen perfekten Vater die eigentliche Vorstellung von Gott ist. Zum Beispiel haben auch Kinder einen Gerechtigkeitssinn(ohne anerzogen zu sein), was die Vorraussicht auf den Himmel zeigt. Darüber könnte ich jetzt Seiten schreiben, was das bedeutet, aber das lass ich mal. ;)

Das Wochenende drauf war ich mit zwei anderen Studenten einmal in Atlandsberg. Ein wunderschönes kleines Altstädtchen. Ich habe es sehr genossen rauszukommen. In Hurlach gibt es nicht einmal Netto. :D Nur einen kleinen Dorfladen und eine Bäckerei. In etwa einer viertel Stunde hast du das Dorf auch schon durchlaufen. :D Ja, ich wohne am scheinbar abgelegensten Ort der Welt. Aber es ist auch irgendwie gut, weil man dadurch Zeit hat die ganzen Themen zu verarbeiten und man wird nicht abgelenkt. Zeit ist auch nicht gerade das was ich in Mengen habe. Unsere Woche ist sehr durchgeplant und wir sind froh, wenn wir zwischen durch einmal ein paar Stündchen Zeit haben zum ausruhen. Um 6 geht es nämlich schon raus, weil es 45 Minuten später Frühstück gibt. Dann haben wir unsere eingeplante Zeit mit Gott und um 8 geht es dann weiter eine Stunde mit Lobpreis(Anbetungmusik) und einen kleinen Thema oder Fürbitte. Dann folgt die erste Lehreinheit,halbe Stunde Pause,zweite lehreinheit und Mittag. Nach dem Mittag hat jeder sene Aufgaben im Schloss. Nachmittags gibt es dann jeweilige Programme, je nach Tag. Entweder Besuch beim Flüchtlingslager, Vorbereitung auf dem Ausland oder frei. Abends dann auch unterschiedlich. Entweder frei,Fireside oder Schlossabend(Gottesdienst). Wie ihr seht so ziemlich vollgepackt.

 

Letzte Woche ging es dann mal raus in die Welt um auch gleich wieder in eine neue einzutauchen. Nach Darmstadt zu den Marienschwestern(evangelisch) in ihr Land Kanaan. Jetzt fragt ihr euch sicher, was ich da mache. Erstmal nein, ich will nicht Schwester werden! :D Wir Mädels haben auch alle ein bissl Panik bekommen,ob Gott dass auch jetzt von uns verlangt.(Wenn man die Geschichten der Schwestern hört,kommt man doch ein wenig ins zweifeln.)

Aber eine Schwester hat uns ganz schnell wieder beruhigt in dem sie meinte, dass man diese Sehnsucht danach muss und Gott uns seinen Willen nicht auferlegt.(erleichtertendes Seufzen^^) Gut mein Wunsch nach einer Familie nach Gottes Zeitplan hat das wohl dann doch erledigt. Obwohl....nein Scherz.

 

Aber sie sahen auch einfach zu niedlich aus mit ihren Häubchen und alles. Auch ihre Sprache. hihi. Sie sind auch international. Und zu süß war dann als eine schwarze Schwester aus Indien mich groß angegrinst hat. Aber sie waren sehr faszinierend und bewundernswert. Besonders ihre ehrliche Art und Weise ohne jede gespielte Frömmigkeit. Und wenn dann noch eine ältere Dame in Schwesternkluft Witze reißt und von Facebook erzählt, waren wir dann ganz hin und weg. Einfach eine geniale und kostbare Zeit zum genießen.

 

Es war echt interessant, als eine meinte, dass sie immer um ihr Brot beten, weil sie ja von Spenden leben. Doch bevor wir kamen,bekamen sie nur sehr wenig,deshalb baten sie Gott für uns DTSler doch Brot zu geben. An dem Tag wo wir kamen,brachte dann ein Bäcker ein wunderschönes Brot als Spende. Auch die ganze Woche hatten wir mehr als genug.

Aber eigentlich was mich am meisten faszinierte war ihr Grundstück. Sie hatten es aufgebaut mit den jeweiligen Stationen von Kanaan. Zum Beispiel einen Teich als den See Genezereth und einen Bach als den Fluss Jordan und und und..... Einen Teil hatten sie abgtrennt und dort verschiedene Stationen von dem Leidensweg Jesu nachgestellt. Figuren aus Stein gemeißelt. Jesus, wo er von seinen Freunden allein gelassen wird, wo er betet und Todesqualen leidet, die Festnahme, vor dem Gericht, die Auspeitschung bis hin zur Kreizigung und Auferstehung. Wir sind dadurch gegangen und Schwester Liliana hat uns alles erklärt. Ich hatte das Privileg in meiner freien Zeit mit zwei anderen "Die Passion Christi" angucken zu können, was mir vieles noch bewusster gemacht hat. Ich am nächsten Tag nochmal alleine dadurch um noch einmal alles zu realisieren. Ich kann nicht einmal in Worte ausdrücken, was Jesus eigentlich wirklich für mich und auch für euch getan hat. Dass muss einfach jeder selber erleben. Ich habe auch nur einen kleinen Schritt gemacht, wo noch viele sind um das ganze zu erfassen. Lukass 22. Sehr spannend und intensiv, wenn man sich darauf einlässt.

Eine Schwester hat mir gesagt, als ich mich mit ihr unterhalten habe. "Suche Jesus mit allem was dir möglich ist und wenn notwendig lass es dich etwas kosten!" Heißt das jetzt dass ich Geld zahlen muss, um Jesus kennen zu lernen zum Beispiel um bestimmte Orte zu fahren? Nein, aber meine Zeit sinnvoll nutzen. Mal den Film oder Fernsehen nicht zu gucken, obwohl ich gerade Lust darauf habe und die Zeit mit meinen besten Freund Jesus zu verbringen. Nicht umsonst ist die Zeit mit Jesus(Stille Zeit) die meistumkämpfte Zeit, die es gibt. Ich habe deswegen für diese Woche meine Handykarte abgegeben, dass ich wirklich einmal zur Ruhe kommen konnte.  Das Coole war einfach, dass ich die Simkarte nicht einmal vermisst habe.^^

 

Das ist einfach wie mit einen Freund. Wenn man mit ihm keine Zeit verbringt, kann man ihn nicht richtig kennenlernen. Man weiß nicht wie er sich fühlt,über bestimmte Sachen denkt. Was er mag oder nicht mag. man weiß dann nur die Sachen die man über hin hört oder sich zusammenreimt über ihn. Aber sein wahres Wesen kennt man nicht.

Aber genug dazu. Dieses Wochenende ist wirklich erwähnenswert, denn ich war zum ersten Mal in Mittelfranken unterwegs. Wir waren bei einem Mitarbeiter in seiner ehemaligen Gemeinde, um dort unser Projekt von Sizilien vorzustellen und um Unterstzützer zu sammeln,sowohl betend und finanziell. Freitag Abend waren wir deswegen wir in seiner Jugend und haben den Lobpreis dort gemacht und ein Thema vorbereitet. Es war echt schön. Die Jugendlichen haben uns sehr offen und herzlich empfangen und abends gab es beim Feuer Stockbrot und gute gespräche. Samstag haben wir dann eine Wanderung auf die Berge gemacht. Wir hatten einen herrlichen Ausblick.

Sonntag waren wir dann in seiner Gemeinde, wo wir mit großen und lebevollen "Hallo" begrüßt wurden. Ich habe mit Chris und jemand aus der Gemeinde dann den Lobpreis geleitet und auch später ein Zeugnis erzählt. Später habe ich dann mit Maggi, die Kinderstunde geleitet. Zum Mittag wurden wir dann von dem Hotelchef, der glechzeitig auch Gemeindegründer ist zum Essen eingeladen. So richtig frankisch gabs dann. ;) Die Eltern von dem Mitarbeiter waren echt lieb und haben uns so gut versorgt. All im allem war es ein echter Segen und ein sehr schönes Wochenende.

 

Ich glaube wir haben die neue Kraft echt gebraucht, denn gestern sind wir in die Story Week(Geschichten Woche) gestartet. Das heißt wir nehmen die so gut wie ganze Bibel auseinander in einer Woche. Das es etwas spannender wird lassen die Mitarbeiter sich immer wieder etwas Neues einfallen, um es so interessant wie möglich zu machen. Da fliegen dann auch mal die Gläser(im wahrsten Sinne des Wortes), wenn plötzlich die Schöpfung durch den Sündenfall von Gott getrennt wird oder Josef der Gouverneur erscheint live und in Person.^^  Heute haben wir mal das Heiligtum von Gott, was die Israeliten damals so rumgeschleppt haben nachgebaut. Natürlich nicht richtig, aber darstellungsweise die Länge und Höhe, dass wir mal eine angenäherte Vorstellung davon kriegen, wie groß es mal war. Etwas erstaunt waren wir schon.

 

Ehrlicherweise hätte ich die letzten zwei Tage mal öfters gerne die Bibel an die Wand geklatscht.Wer das alte Testament kennt, weiß was ich meine. ;) Niko meinte zu dem nur, dass es eine tägliche Entscheidung ist trotzdem zu glauben, dass Gott gut ist. Gut das glauben nicht auf Wissen basiert sondern auf vertrauen, sonst wäre ich jetzt gegangen.

Das zu allem was ich erlebt habe. :D jap ich weiß das war sehr viel.

In einer Woche ist es dann auch soweit und ich fliege nach Sizilien. Wir werden uns um Flüchtlinge kümmern, die gute Nachricht von Jesus verbreiten und uns nützlich machen. Ich bin schon gespannt. Ich bin dann übrigens auch nicht erreichbar.

An dieser Stelle eine Bitte. Da unsere Mitarbeiter kein Geld bekommen,für das was sie tun,wir sowieso nicht und Jugend mit einer Mission von Spenden lebt, fehlt uns ein finanzieller Teil. Wer bereit wäre etwas zu geben, kann mich gerne anschreiben. Aber auch im Gebet könnt ihr uns unterstützen.Für offene Herzen und eine gute Zeit, wo geholfen wird.

 

Auch könnt ihr gerne generell für mich oder auch für das ganze DTS Team beten. Ich habe manchmal ganz schön zu kämpfen das alles zu verarbeiten und auch Dinge loszulassen. Mein Wunsch ist es einfach auch neu anzufangen in vielen Hinsichten und das Alte herzulassen. Mein größtes Anliegen ist mein Schlaf. Ich habe jede Nacht heftige Träume. Manchmal Alpträume oder einfach nur so intensive Träume, dass ich morgens aufwache und mich fühle als hätte ich nicht geschlafen. Das macht mich ziemlich fertig und ich komme damit nicht wirklich klar. Ich habe hier eine Freundin, die jeden Abend mit und für mich betet, was ein echter Segen ist. Ich merke auch das es besser wird und das ich durch manche Träume Vergangenes aufarbeite. Das Geniale ist das ich einmal im Traum auf Grund einer schlechten Situation, angefangen habe zu beten und es wurde besser. Ich würde mich freuen über eure Unterstützung.

Übrigens habe ich meine Leidenschaft fürs Briefe schreiben entdeckt. Also ran an die Stifte, dass ich Grund habe zurück zu schreiben. ;)

Die Adresse findet ihr unter Kontakt. Guckt auch mal in die Bildergalerie, dass ihr auch eine bildliche Vorstellung von meinen ganzen Erlebnissen habt,sonst wirds ja langweilig. ;)

Bis dann erstmal,

eure Christin